Leistungs- / Streckensegelflug
Segelfliegen ist nicht nur ein schönes Hobby, sondern auch ein Sport mit Meisterschaften
(zentrale Veranstaltungen und auch Online-Wettbewerbe !
Beim Streckensegelflug wird die Entfernung bzw. die Geschwindigkeit über die Strecke gewertet.
Wir überlegen uns morgens dem Wetter entsprechend eine Strecke, die wir gerne fliegen wollen.
Diese Strecke ist z.B. oft in Dreiecksform, da das Ziel ja ist, möglichst wieder am Startpunkt
anzukommen. Je größer die Strecken desto besser.
So werden Strecken von über 600 km ohne Motor und ohne Zwischenlandung geflogen.
Dass die Strecke tatsächlich geflogen wurde, wird mit einem sogenannten Logger dokumentiert.
Dieser Logger zeichnet während des Fluges ständig die Höhe und die Position des Flugzeuges
auf. Dies geschieht mit einem eingebauten GPS-Empfänger (Global Positioning System), wie er
auch in modernen Autos zu finden ist.
Nach dem Flug wird dieser Logger dann mit einem Computer ausgelesen und die Datei wird zur
Auswertung zu dem Online-Wettbewerb geschickt. So ist inzwischen mit Hilfe der neuesten
Technik möglich, schon am nächsten Tag im Internet zu schauen, wer wie große Strecken ge-
flogen ist und wie gut man im Vergleich zu den anderen war.
Hier muss allerdings bedacht werden, dass hier von überall in Deutschland gestartet werden
kann und das Wetter regional auch sehr unterschiedlich ist. Es kann also sein, dass wir in
Oerlinghausen überhaupt nicht starten können, weil es regnet und in Süddeutschland fliegen
die Kollegen an diesem Tag große Strecken.
Bei Meisterschaften starten natürlich alle Teilnehmer von dem gleichen Flugplatz. Meist dauern
diese Meisterschaften 1-2 Wochen und es wird so viel geflogen, wie es das Wetter zulässt.
Beim morgendlichen Briefing (Besprechung) bekommen alle Piloten einer Klasse die gleiche
Aufgabe gestellt.
Das kann z.B. so aussehen:
480 km Dreieck
Abflugpunkt: Oerlinghausen
1. Wendepunkt: Lingen
2. Wendepunkt: Egestorf
Ziel: Oerlinghausen
Startbeginn: 12 Uhr
Abflugfrei: 15 Minuten nach dem letzten Flugzeug
Abflugfenster: 90 Minuten
Das heißt für die Piloten, dass sie um 12 Uhr startbereit sein müssen und nacheinander hochgezogen
werden. Damit der Letzte Pilot auch die gleichen Bedingungen hat, darf frühestens 15 Minuten nach-
dem dieser gestartet ist, über die Startlinie geflogen werden. Über Funk wird dann von der Wettbewerbs-
leitung der Abflug freigegeben.
Nun kann jeder Pilot für sich taktieren. Während den nächsten 90 Minuten kann er mehrmals losfliegen
und auch wieder umdrehen, bis er meint, dass der Zeitpunkt ideal ist. Der letzte Abflug des Piloten zählt !
Wenn das Wetter also verspricht für den Nachmittag besser zu werden und die gestellte wäre nicht so
groß, dann würde also jeder versuchen, möglichst spät loszufliegen.
Nun wird versucht die Aufgabe in möglichst kurzer Zeit zu bewältigen.
War die Wettervorhersage richtig und die Aufgabe entsprechend, sollten die meisten Flugzeuge auch
wieder heimkommen.
Leider weiß man zu diesem Zeitpunkt noch nicht genau, ob derjenige, der als erstes am Ziel ist, auch
wirklich der schnellste war, da er ja vielleicht sehr früh in dem oben beschriebenen 90-Minuten-Fenster losgeflogen sein könnte, während ein Anderer erst spät losgeflogen ist, aber nur kurz später wieder zurück ist.
Die genaue Wertung erfolgt dann indem die Wettbewerbsleitung alle Logger mit einem speziellen Computerprogramm kontrolliert und auswertet.
Das Ergebnis der Meisterschaft ergibt sich aus der Summe aller Flüge.
Hier all unsere gemeldeten Streckenflüge "Flüge 2009".